Clever und Smart (Teil 1)

Mit dem neuen mobilen Arbeitsgerät auf ich und es.
Erfahrungen und Gedanken zum Einstieg in die Welt der Smartphones

Obwohl ich schon seit über 5 Jahren Mobiltelefone mit Internetzugang besitze, ist die rasante Entwicklung der Smartphones, insbesondere die der Apps, an mir – als treuem Nokia-User – vorbei gegangen. Außer sehr seltenem Twittern und dem mühevollen Benutzen der Symbian-Version der Bahn-App hat mein Handy bis heute nur telefoniert und SMS verarbeitet.
Instagram, QR-Code, Whatsapp und Foursquare – alles Dinge, die ich nur vom Hören-Sagen und nicht aus eigener Erfahrung kannte. Für einen Kommunikationsberater ein unhaltbarer Zustand, damit sollte es jetzt vorbei sein. Auch sollte sich der Medienbruch zwischen mobilem Arbeiten und Arbeiten im Büro verkleinern. Alle Termine, Kontakte und Daten überall im Zugriff, auch dazu sollte das neue mobile Arbeitsgerät seinen hoffentlich ordentlichen Beitrag leisten.

Klaus M. Bernsau und das Samsung Galaxy Note II

Noch ist alles etwas ungewohnt: drücken, wischen oder schieben…

Die Vorsätze waren schon länger klar, aber was sollte es sein: iPhone oder etwas aus dem Top-Programm des großen Konkurrenten? Oder doch lieber kostenbewusst auf ein aktuelles Angebot eines Mobilfunk-Providers oder Elektronik-Discounters warten? Mit diesen Fragen verstrich die Weihnachtszeit. Da das vorhandene iPad, das mehr auf der heimischen Couch als in der Aktentasche zu finden ist, einen guten Einblick in die Welt des Apfels gibt, sollte es für den Erfahrungsgewinn nun der putzige kleine Roboter, sprich Android sein. Und damit ich hoffentlich eine Zeit lang damit in Ruhe arbeiten kann, sollte es jetzt ein aktuelles Spitzenmodell von Samsung sein. Nach wochenlangen neidischen Blicken auf eine Kollegin, die es schon länger ihr Eigen nannte, fiel die Entscheidung trotz oder gerade wegen der beachtlichen Größe auf das, von mir schon liebevoll ‚Käsebrettchen‘ getaufte, Galaxy Note II.

Und am Wochenende war es dann soweit: Amazon brachte das neue Wunderwerkzeug ins Haus. Ja, Amazon, auch wenn das vielleicht politisch gerade nicht opportun ist, aber Umtauschsicherheit und Gewährleistungskulanz sind einem schon 10 oder 15 Euro mehr und ein bisschen schlechtes Gewissen wert. Und am Ende lässt sich Produkt gegen Geld einfacher rechnen als ein 24-Monats-Vertrag mit X Euro Zuzahlung, Y Euro Nachlass und Flatrates für alle Netze, die ich ja dank Skype und Whatsapp gar nicht mehr anrufen will.

Und dann ging‘s los! Die erste Ernüchterung war das Öffnen der Handyschale: ob diese einfachen Klickverbindungen wirklich halten, oder wann hat man die erste Plastikecke in der Hand? Wo sind Bajonett-Mechanik oder gar kleine Riegelchen hin? Aber der erste richtige Frust folgt auf dem Fuße: die SIM-Karte passt nicht. Google verrät einem: ist doch klar, die Geräte kommen alle aus Frankreich, da muss eine Micro-SIM rein. Hatte ich das bei den Hinweisen von Amazon überlesen, oder stand das da gar nicht? Egal auf hektisches Anstellen im Handyshop hatte ich keine Lust, also musste es erstmal mit der Micro-SIM der UMTS-Karte gehen. Da ist zwar nur ein Datenvertrag drauf, aber wer will schon telefonieren mit einem Smartphone? Und vielleicht reagiert der Provider ja auf die Kontakt-Anfrage und schickt schnell die Micro-SIM zum Telefonie-Vertrag…

Danach die große Lektion zum Thema „der Mensch ist ein Gewohnheitstier“: Knappe 20 Jahre Nokia und Windows schleifen einem bestimmte Nutzungsmuster ganz tief ein. Und die sind ganz und gar nicht die, mit denen bei Android Apps, Widgets und Gadgets eingerichtet werden. Wo muss ich drücken, schieben und halten, damit sich die Uhr da- oder dorthin bewegt? Die Startseite kann ich offensichtlich nicht wechseln, sondern muss die bestehende einfach löschen, damit eine andere nachrückt. Und das Schockierendste: den beim Schieben und Wischen (Wutschen und Wedeln) aus Versehen ausgelösten Anruf beim ADAC – steht bei den mitgelieferten Kontakten ganz vorne – konnte ich in der Anfänger-Hektik nur dadurch beenden, dass ich das Note II ganz ausgemacht habe. Wo ist ein roter Hörer, wenn man ihn braucht? Erste Erkenntnis: die Handy-Kurse der Volkshochschule sind (bald) nicht mehr nur was für Rentner. Und wie viele Millionen Menschen bedienen wohl privat und beruflich noch solche High-Tech-Geräte, ohne zu wissen, wie sie funktionieren und was sie wirklich können? Zur Beruhigung aller 35+, meine Kolleginnen im Büro – alle formal schon in der Klasse der ‚digital natives‘ – stellen sich bei neuen, unbekannten Geräten und Programmen meist auch nicht geschickter und kooperativer an als ich. Das ist halt all zu menschlich. Nicht umsonst haben wir im Rahmen eines Optimierungs-Projekts für die interne Kommunikation eines Mittelständlers auch noch mal Office-Basisfunktionen in kleine Video-Tutorials gepackt. Denn wer traut sich schon zuzugeben, dass er nicht weiß, wie man in Excel Zellen sperren kann?

Aber genug für heute, wenn Sie auch noch erfahren wollen, wie es mir ergeht mit meinem Galaxy Note II, lesen Sie im nächsten Teil:

  • warum ich gleich mal Android neu aufspielen musste
  • warum Synchronisieren nicht heißen muss, dass alle Kontakte und Termine, auf das Smartphone überspielt werden
  • wie NFC und QR funktionieren
  • und wie lange die Micro-SIM gebraucht hat.

Und noch ein Tipp für alle Männer, die vor einer Smartphone-Kaufentscheidung stehen: meine Frau findet das Galaxy Note II sexier als ein iPhone! Das ist doch schon mal was.

Klaus M. Bernsau

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