Drei Buzz-Wörter zu Social Media (Teil 1) – Viralität, Interaktivität und Multimedialität

Aber was steckt eigentlich hinter diesen Buzz-Wörtern? Und warum werden sie als die wesentlichen Erfolgstreiber von Social Media angesehen? Mein erster Beitrag thematisiert den Begriff Viralität und soll Ihnen zeigen, dass in Zeiten des Social Web selbst kleine Meldungen große Auswirkungen haben können. „Viral“ bedeutet im Zusammenhang mit Medien, dass Informationen innerhalb kürzester Zeit, genau wie ein biologischer Virus, von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Viralität ist kein Phänomen der sozialen Medien, sondern eigentlich so alt wie die Menschheit. Nur geht heute einfach alles viel, viel schneller und erreicht dabei deutlich mehr Menschen.

Vernetzte Personen

Jeder ist mit jedem verbunden – gute Voraussetzungen für Viralität

Der Marktplatz wird digital

Früher haben sich die Bauersleute, Bäcker und Müller auf dem Marktplatz der Stadt von Angesicht zu Angesicht ausgetauscht. Soziale Beziehungen wurden damals über reale Marktplätze geknüpft und gelebt, und Neuigkeiten wurden über Mundpropaganda verbreitet. Heute haben sich durch integrative Informations- und Kommunikationssysteme ein Großteil sozialer Beziehungen und Netzwerke in die digitale Welt verlagert. Über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter erfolgt ebenfalls ein Austausch von einer Vielzahl von Informationen oder Empfehlungen. Doch im Vergleich zu früher können sich hier sogenannte Statusnachrichten oder Posts viel schneller und auf exponentielle Art und Weise verbreiten. Und die Zahl der digitalen Beziehungen ist um einiges größer als die, die wir früher auf dem Dorf hatten.

Doch wie funktioniert die virale Verbreitung eigentlich?

Grund hierfür ist insbesondere das Wesen des sogenannten Newsfeeds. Die Statusnachricht oder ein Post erreicht durch automatisierte Prozesse und den Einsatz entsprechender Algorithmen und Software den gesamten Freundeskreis einer Person. Kommentiert eine der befreundeten Personen besagte Statusnachricht oder das Video, verbreitet sich sowohl der Ursprungspost wie auch der Kommentar einmal innerhalb des sozialen Netzwerkes des Kommentators und erneut im sozialen Netzwerk des Verfassers. Spielt man diesen Gedanken weiter, wird einem sofort klar, warum in der Literatur gerne von einer virusartigen Verbreitung der Inhalte über digitale soziale Netzwerke gesprochen wird. Dem Tratsch wird elektronisch Vorschub geleistet. Die virale Verbreitung einer Nachricht, eines Bildes oder eines Videos funktioniert am besten und am schnellsten, wenn es aktuell, interessant, Aufsehen erregend und relevant ist. Aber in Facebook gilt trotzdem dieselbe Grundregel, wie damals am Marktbrunnen: „Content is King“.

Auch im Rahmen des viralen Marketing wird versucht, diese Effekte gezielt zu nutzen, um eine schnelle und günstige Verbreitung von Werbebotschaften mit hohen Reichweiten über digitale soziale Netzwerken anzustoßen. Durch lustige, kreative und überraschende Ideen haben es so schon einige Unternehmen geschafft ohne viel Geld ihren Bekanntheitsgrad gewaltig zu steigern. Aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Die Ansteckungswege und wann man immun ist sind hoch spannende Themen der Kommunikationsforschung, die wir bei KMBl natürlich mitverfolgen.

Habe ich durch diesen Beitrag Ihr Interesse geweckt? Dann lesen Sie doch auch den 2. Teil über Interaktivität .

 

Christina Möller

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